Das Projekt «Probabilistisch modellierte Beurteilungsgrundlagen für den Kanton Bern ProBE» baut auf dem Vorprojekt auf und ist nach Gefahrenprozessen gegliedert. Der erste bearbeitete Prozess dient gleichzeitig als Pilot für die Umsetzung im ganzen Kanton. ProBE ist damit ein Pionierprojekt: Das Ziel ist klar, der Weg dorthin teilweise noch offen.
Die Vision: Eine zentrale Beurteilungsgrundlage
Die Natur überrascht uns stets wieder von Neuem. Auch bezüglich Naturgefahren gibt es Ereignisse, die zuvor so nicht für sehr wahrscheinlich gehalten wurden und dennoch auftreten. Daher versuchen wir möglichst viele unterschiedliche Ausprägungen abzubilden. Probabilistische Modellierungen schaffen einheitliche Grundlagen, mit denen wir flexibel auf bisherige und neue Fragestellungen innerhalb des integralen Risikomanagements reagieren können.
Vom Start zur Umsetzung - das Vorprojekt
Im Rahmen des Vorprojekts (Pro-Mo) erarbeiteten die geo7 AG, das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF und Aller Risk Management die Grundlagen der Methodik, die nun bei ProBE zum Einsatz kommt. Pro-Mo wurde durch die Präventionsstiftung der Kantonalen Gebäudeversicherungen sowie das Amt für Wald und Naturgefahren des Kantons Bern gefördert und fachlich begleitet.
Pilotprozess Hangmure
Um zu prüfen, ob sich die Methodik flächendeckend im gesamten Kanton umsetzen lässt, hat das AWN das Pilotprojekt ProBE: Hangmuren gestartet. Projekte zu weiteren gravitativen Prozessen wie Lawine und Sturz sind vorgesehen und auch das OIK des Tiefbauamtes plant einen Pilot zu den Wassergefahren zu lancieren.
Das aktuelle Pilotprojekt (2025-2026) zu Hangmuren umfasst mehrere Arbeitspakete, die in der Grafik ersichtlich sind:

ProBE – Projektorganisation und Arbeitspakete.
Im neuen Verfahren werden jeder Modellierung Wahrscheinlichkeiten zugeordnet. So lässt sich eine breite Variation von Ereignissen abbilden, ohne weniger wahrscheinliche zu stark zu gewichten.
Die künftigen Beurteilungsgrundlagen ermöglichen, flexibel auf unterschiedliche Bedürfnisse zu reagieren und passende Produkte bereitzustellen, zum Beispiel kantonale Risikoübersichten oder rohe Intensitätskarten.