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Das Messnetz im Kanton Bern

Naturgefahrenereignisse sind häuftig wetterabhängig. Ohne Regen gibt es kein Hochwasser und ohne Schnee keine Lawinen. Die systematische Beobachtung der meteorologischen und hydrologischen Verhältnisse dient der Warnung und Alarmierung, der zeitgerechten Auslösung anderer organisatorische Massnahmen wie auch der Einsatzplanung während einem Ereignis.

Zur Unterstützung der Führungs- und Interventionskräfte vor Ort werden auf diesem Naturgefahrenportal (vgl. aktuelle Wasser- und Schneedaten) die nötigen Informationen für das Gebiet des Kantons Bern bereitgestellt. Den Sicherheitskräften stehen Messdaten und Prognosen der Bundesfachstellen MeteoSchweiz (Wetterdaten), Bundesamt für Umwelt (Gewässerdaten) und WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF (Schneedaten) zur Verfügung. Die Fachstellen im Kanton Bern betreiben zusätzliche Messstellen, um das Messnetz zu verdichten und an besonders heiklen Stellen eine zusätzliche Rückfallebene (Redundanz) zu haben.

Abfluss- und Pegel-Messdaten

Abflussmessstelle an der Kander in Frutigen während des Hochwassers vom 10.10.2011; Quelle: Amt für Wasser und Abfall

Bild vergrössern Abflussmessstelle an der Kander in Frutigen während des Hochwassers vom 10.10.2011; Quelle: Amt für Wasser und Abfall

Abfluss kann nicht direkt gemessen werden, sondern wird in der Regel über den Wasserpegel hergeleitet. Grundsätzlich gilt: Je höher der Pegel, desto höher der Abfluss. Verlässt bei einem Hochwasser das Wasser sein Bachbett, stimmt die Beziehung von Pegel und Ablfuss nicht mehr überein, da sich das Wasser nun vor allem horizontal und nicht mehr vertikal ausbreitet (vgl. Foto). Bei Hochwasser sind die Messungen und Herleitungen des Abflusses weniger genau.

Die modernen Messstationen zur Erfassung der Pegelstände von Fliessgewässer und Seen verfügen über eine elektronische Messwerterfassung und Datenlogger mit Datenfernübertragung, sodass die Daten zeitgerecht verarbeitet und übermittelt werden.

Für weitere Informationen zur Datenerhebung und zum Messnetz der Bundesfachstelle kontaktieren Sie das Bundesamt für Umwelt.

Karte der Abfluss- und Seepegel-Messstationen im Kanton Bern; Quelle: Amt für Wasser und Abfall

Bild vergrössern Karte der Abfluss- und Seepegel-Messstationen im Kanton Bern; Quelle: Amt für Wasser und Abfall

Niederschlags-Messdaten

Abfluss-Messstelle an der Kander in Frutigen während des Hochwassers vom 10.10.2011

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Niederschlagsmessstation auf der Lüderenalp; Quelle: Amt für Wasser und Abfall

Bild vergrössern Niederschlagsmessstation auf der Lüderenalp; Quelle: Amt für Wasser und Abfall

Die Niederschlagsmessung kann entweder direkt am Boden mit Hilfe einer Wetterstation erfolgen, oder sie kann mit Hilfe eines Radargeräts durchgeführt werden. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile und die Messwerte müssen stets kritisch hinterfragt werden. Am sinnvollsten ist eine Kombination beider Messmethoden.

Der Vorteil der Bodenmessung ist, dass die Niederschlagsmenge direkt und dadurch grundsätzlich sehr genau gemessen wird. Insbesondere an windexponierten Lagen, z. B. auf Berggipgeln, können jedoch trotz Windschutz grosse Messfehler entstehen (vgl. Foto). Bei der Messung am Boden handelt es sich um eine Punktmessung. Da nur etwa alle 12 Kilometer eine Messstation zur Verfügung steht, trifft beispielsweise ein Gewitter das Niederschlagsmessgerät nur "zufällig" oder eben nicht.

Beim Radar hingegen erfolgt die Messung weitgehend flächendeckend. Bei Gewitterlagen ist das Radar das beste Hilfsmittel, da die Gewitterzellen lückenlos erfasst werden. Die Niederschlagsmenge kann aber mit dem Radar nur indirekt abgeschätzt werden. Bei speziellen Verhältnissen wird der Niederschlag unter- oder überschätzt. Erschwerend kommt hinzu, dass durch unsere Berge gewisse Bereiche des Wettergeschehens für den Radar unsichtbar sind.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie MeteoSchweiz: Messsysteme, Datenverfügbarkeit.

Karte der Niederschlags-Messstationen im Kanton Bern; Quelle: Amt für Wasser und Abfall

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Schnee-Messdaten

Automatische Schneemessstation Sieben Hengste, Beatenberg

Bild vergrössern Automatische Schneemessstation Sieben Hengste, Beatenberg

Seit 1996 betreiben der Kanton Bern und das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) ein Netz mit automatischen Schnee-, Wind- und Wettermessstationen. Die rund um die Uhr abrufbaren Daten dienen einerseits den lokalen Sicherheitsverantwortlichen zur Beurteilung der aktuellen Lawinengefahr. Andererseits bilden diese Daten eine wichtige Grundlage zur Ausarbeitung zuverlässiger nationaler und regionaler Lawinenbulletins.

Nivologisches Messnetz im Berner Oberland (Grafik Abt. Naturgefahren)

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